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DIE LINKE. im Bundestag

7 Ärzte verdienen viel zu wenig

Mythen der Gesundheitspolitik (Teil 7): Ärzte verdienen viel zu wenig

Zur Zeit begegnet einem das Gejammer der deutschen Ärzte in nahezu jeder Tageszeitung: Schlimme finanzielle Zustände der Hausärzte, Fachärzte usw. werden heraufbeschworen. Verschiedene ärztliche Vereinigungen bauen großen Druck auf das Bundesgesundheitsministerium auf, es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden. Eine Argumentation, die in diesem Zusammenhang geführt wird, ist, dass der Beruf des Arzte aufgrund der schlechten Verdienstmöglichkeiten immer unattraktiver werde und man im Vergleich zu anderen Akademikern kleinere Zahlen auf dem monatlichen Kontoauszug lesen müsse. Wie gerecht ist der Protest der Ärzte? Ist die Situation wirklich so schlimm, wie in den Massenmedien zu hören ist?

Dies kann aufgrund der Zahlen eindeutig beantwortet werden: Nein, die Ärzte in Deutschland verdienen definitiv nicht zu wenig. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes verfügten die niedergelassenen Ärzte 2007 über ein Durchschnittseinkommen von 142.000 Euro brutto nach Abzug der Praxiskosten und vor Steuern. 2010 dürfte sich dieses Einkommen nach Hochrechnungen des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen sogar auf 164.000 Euro erhöht haben. Angestellte Ärzte sind mit 76.000 Euro laut statistischem Bundesamt im Vergleich recht bescheiden. Oberärzte erhalten laut Kienbaum-Studie 99.000 Euro, Chefärzte 278.000 Euro. haben jedoch im Schnitt Im Vergleich verdienten Unternehmer und Geschäftsführer 92.556 Euro, Rechtsanwälte 82.195 Euro und Luftverkehrsberufe 77.796 Euro. Chemiker liegen bei75.533 Euro, Elektroingenieuren (70.500 Euro) und Physikern (68.849 Euro). Damit liegen sie deutlich vor Architekten (54.529 Euro) sowie Gymnasiallehrern (46.603 Euro). Um die Relation zu verdeutlichen: Im Durchschnitt verdient ein niedergelassener Arzt fast das fünffache wie eine Krankenschwester (34.757 Euro). Folglich zeichnet sich eine andere Situation als das von den meisten Ärzten gezeichnete Horrorszenario.

Natürlich gibt es auch viele Ärzte, die ein deutlich geringeres Einkommen haben als der Durchschnitt. Es gibt natürlich auch Ärzte, von denen ich behaupten würde, sie seien unterbezahlt. Das sind leider oft diejenigen Ärzte, die in benachteiligten Gegenden, also auf dem Land und in sozialen Brennpunkten praktizieren. Demgegenüber steht der durchschnittliche niedergelassene Radiologe mit 264.000 Euro (2007) Gewinn deutlich besser da. Das ist ein Problem der Verteilung innerhalb der Ärzte. Dieses Problem zu lösen, ist aber Aufgabe der ärztlichen Selbstverwaltung in der Kassenärztlichen Vereinigung.

Den Ärzteverbänden, die öffentlich über zu wenig Geld jammern, scheint es offensichtlich viel mehr darum zu gehen, öffentliches Mitleid zu erregen und damit noch mehr Geld als ohnehin schon zu bekommen. Mit einer entsprechend großen Lobby werden die Krokodilstränen nur allzu häufig unkritisch von den Medien übernommen. Dass Ärzte zu wenig verdienen, ist ein Mythos
.
Bleibt noch der Verweis auf die Schilderungen des Arztes Harald Heiskel in der taz vom 11.10.2010, der ein etwas anderes Bild des Verdienstes seiner Kollegen zeichnet LINK.
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