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DIE LINKE. im Bundestag

5 Das Verhalten der Versicherten als Kostentreiber

Mythen der Gesundheitspolitik (Teil 5): Das Verhalten der Versicherten als Kostentreiber

Sobald der Mythos „Kostenexplosion“ in der Debatte um das Gesundheitssystem auftaucht, sitzt auch schon der nächste Mythos auf der Lauer: Die Erklärung für die vermeintliche „Kostenexplosion“ wird u.a. durch das Verhalten der Versicherten und Patienten erklärt. Diese würden aufgrund von umfangreichen Absicherungen gegen Krankheitsrisiken und missbräuchliche Inanspruchnahmen von Leistungen die Kosten nach Oben treiben, nach dem Motto: Wenn ich schon Beiträge zahle, will ich aber auch Leistungen. Nach dieser Logik gebe es eine kaum zu sättigende Nachfrage nach notwendigen sowie nicht notwendigen gesundheitlichen Leistungen. Was ist dran am Versicherten als Kostentreiber?

Wie so häufig kratzt das Argument nur an der Oberfläche des eigentlichen Problems: Zum Einen wird ausgeblendet, in wie weit die fehlende Transparenz in unserem komplexen Gesundheitssystem das Verhalten der Versicherten und Patienten beeinflusst. Die meisten Patienten sind nicht wie ein Arzt oder Mensch mit medizinischem Wissen in der Lage, die eigene Behandlung zu bewerten. Viel eher stellt die Entscheidung und das Vertrauen in die Einschätzung und Entscheidung des Arztes zum Regelfall. Letztlich ist es dann der Arzt oder die Ärztin, die über Medikamente, Therapien, Operationen usw. entscheidet. In der konkreten Situation entscheidet also nicht der Patient, sondern der behandelnde Arzt oder Ärztin, was der Patient braucht. Das gilt umso mehr für kostenintensive Maßnahmen. Zum Anderen sind viele der angeblich zur Nutzen- oder wie behauptet aus purem Genuss nachgefragten Leistungen weder ungefährlich noch angenehm. Folglich gehen viele Gesundheitswissenschaftler sowie Gesundheitsökonomen davon aus, dass der Großteil der verschiedenen gesundheitlichen Leistungen durch eine von Anbietern (Ärzten, Krankenhäuser, Pharmakonzerne usw.) ausgelöste Nachfrage maßgeblich beeinflusst wird. Die Patienten und Versicherten für die Kosten verantwortlich zu machen, ist falsch. Die Behauptung, das Verhalten der Versicherten würde die Kosten in die Höhe treiben, ist ein Mythos.

Die Fraktion DIE LINKE zur Gesundheitspolitik LINK.