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DIE LINKE. im Bundestag

4 Der medizinisch-technische Fortschritt

Mythen der Gesundheitspolitik (Teil 4): Der medizinisch-technische Fortschritt


Im Zusammenhang von Diskussionen über die aktuelle Gesundheitspolitik wird man schnell mit der Behauptung konfrontiert, die moderne Medizin würde die Möglichkeiten ihrer Finanzierung durch das Umlagesystem der Gesetzlichen Krankenkassen überfordern und letztlich sei eine Rationierung der Leistungen unausweichlich. Dabei kommt dem medizinisch-technischen Fortschritt eine widersprüchliche Rolle zu: Durch die scheinbar unvermeidbare Kostenentwicklung sei zum Einen eine Rationierung notwendig, zum Anderen gilt der Fortschritt als maßgeblicher Indikator für eine Verbesserung der gesundheitlichen Lage. Was ist dran an diesen Behauptungen?

Ein erheblicher Teil sowohl alter wie neuer Innovationen im medizinisch-technischen Bereich haben laut verschiedener Untersuchungen keinen nachgewiesenen oder keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber bereits vorhandener Leistungen. Der Anteil von Leistungen, für die im Jahr 2008 ein wissenschaftlicher Nutzen- und Wirksamkeitsnachweis festgestellt wurde, schwankt je nach angewendeter Bewertungsschärfe zwischen 34 und 43 Prozent.
Bei genauerer Betrachtung der Zahlen kann festgestellt werden, dass der Einfluss von medizinisch-technischer Innovationen auf die gesundheitliche Lage erheblich überschätzt wird. Bei vielen der Innovationen handelt es sich schlicht um gutes Marketing. Aktuell zeigen Studien auf, dass der Nutzen selbst für die Vorhersage von Risiken noch relativ gering ist.
Dazu kommt dann noch der Aspekt, dass Innovationen einige (veraltete) Prozesse auch effizienter gestalten und damit auch eine kostendämpfende Wirkung haben können.

Die Behauptung, die moderne Medizin sei nicht finanzierbar und eine Rationierung der Leistungen müsse vorgenommen werden, kann als einer von vielen Mythen in der Gesundheitspolitik bezeichnet werden.

Die Fraktion DIE LINKE zur Gesundheitspolitik LINK.