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DIE LINKE. im Bundestag

3 Überlastung des Gesundheitssystems durch die demografische Entwicklung

Mythen der Gesundheitspolitik (Teil 3): Überlastung des Gesundheitssystems durch die demografische Entwicklung

Die „demografische Entwicklung“ gehört zu den wirkungsmächtigsten Mythen in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Immer wieder begegnet einem in der Auseinandersetzung die Behauptung, unsere Gesellschaft „vergreise“ und gelange unaufhaltsam in eine dramatische Situation. In Bezug auf das deutsche Gesundheitswesen lautet demnach die Devise „je älter, umso kränker, desto teurer“. Es ist klar, dass die Lebenserwartung der Menschen steigt, während zeitgleich die Geburtenrate auf relativ niedrigen Niveau bleibt. Der wachsende Anteil älterer Menschen bringt steigende Leistungsausgaben für die Krankenkassen mit sich, doch ist die Entwicklung wirklich so dramatisch?
Bei dieser Darstellung werden allerdings eine Reihe von Fakten ausgeblendet: Sowohl national als auch international gibt es nachgewiesene Belege, die zeigen, dass der Anteil der gesunden Jahre bei älter werdenden Menschen zunimmt. Das individuelle Risiko einer Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit sinkt seit Jahren. Das ist eigentlich auch logisch: Die Menschen werden ja nicht älter, weil sie immer kränker sind, sondern, weil sie in immer höherem Alter immer gesünder sind. Das hat entsprechende Auswirkungen auf die Kosten. Früher kostete ein durchschnittlicher 70-jähriger das Gesundheitssystem enorm viel Geld, weil er recht krank war, heute gilt das erst 10 Jahre später. Der demographische Wandel verschiebt die Kosten auf die Zukunft und spart so Geld.
Dazu kommt: Die vorliegenden demografischen Prognosen für die nächsten Jahrzehnte sind keineswegs so gesichert wie uns weis gemacht wird. Niemand kann Entwicklungen über Jahrzehnte halbwegs zuverlässig vorhersagen.
Die so schlüssig klingende Analyse „Je älter die Menschen, umso höher die Gesundheitsausgaben“ trifft in dieser Schlichtheit nicht zu. Es ist keine zwangsläufige Entwicklung, sondern vielmehr ein sozioökonomisches und damit steuerbares Phänomen. Entsprechend ist eine Frage des politischen Willens, wie mit dem Gesundheitssystem verfahren wird. Und wenn sich alle einig sind, dass die notwendigen Kosten bezahlt werden müssen, dann muss „nur noch“ festgelegt werden, wer sie bezahlt. Und dabei soll es gerecht zugehen…
Die Fraktion DIE LINKE zur Gesundheitspolitik LINK .